Exotische Pflanzen in NordEuropa  
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Palmen & Exoten: Richtig Düngen, Bodenverbesserung, Bewurzelungshilfen


Soll ich Exoten düngen?


Die Antwort ist rundherum: Ja. Natürlichkeit in allen Ehren, aber eine Pflanze aus dem Asiatischen Hochgebirge oder Nordafrika, den Bajous der USA, im Europäischen Winter zu halten ist nunmal nicht natürlich, und die langen lichtarmen Monate die sie hier aushalten muss im Gegensatz zur Heimat, plus vor allem dauernde Nässe und unsere neuen 3 monatigen Sibirischen Winter in ehemals 'milden' Gebieten zollen Ihren Tribut.
Besonders tiefer Dauerfrost und Staunässe setzen den Wurzeln Ihrer Exoten stark zu, nach dem Winter sind die meisten der feinen Haarwurzeln geschädigt und die Pflanze hat daher eine stark verminderte Fähigkeit Nährstoffe aus dem Erdreich zu lösen und aufzunehmen. Eisenmangel ist vor allem DER Feind aller immergrünen Exoten und Citrusfrüchte in dieser Zeit. Helfen Sie Ihrer Palme nach Ihrem tapferen Kampf mit dem Nordeuropäischen Winter Ihre Lebensgeister wieder zu gewinnen indem Sie ihr als erstes bei Frostfreiheit und Anzeichen des Neuaustriebes 'leicht verdauliche' Nahrung für den Neubau der Blätter in Form von einer ordentlichen Ladung Flüssigdünger geben. Hierbei ist es für Exoten wichtig nicht nur die meist im Stickstoffanteil viel zu hoch dosierten NPK Dünger zu verabreichen sondern auf eine reiche Palette an Spurenelemneten zu achten. Insbesondere Eisen ist nun dringend notwendig um eine Chlorose zu verhindern. Am schnellsten (und auch günstig) kann man dies durch sogenannte 'Blattdüngung' (Sprühen einer Lösung direkt auf das Blattwerk) mit Eisensulfat erreichen. Z.B. "Ferramol" gibt es billig im Onlinehandel (um die € 3), teilweise auch gut sortierten Gartencentern. Die Reste können noch einige Jahre halten für die kommenden Frühlingskuren!
Während der restlichen Wachstumszeit kann mann dann, falls gewünscht, auf Mutter Natur zurückgreifen und z.B. mit Brennesseljauche Eisengaben verabreichen (Im Frühjahr jedoch nicht ausreichend) Näheres zu natürlichen Spurenelementequellen im Index der Nährstoffe.)

Auch im Herbst ist eine gezielte Düngung mit spezifischen Nährstoffen wichtig um die Frosthärte der Exoten zu steigern - der Stickstoffanteil Ihrer Exotennahrung (N auf der Packung) sollte jedoch soweit wie möglich ab Ende August heruntergefahren werden, um die Bildung von weichen Neutrieben vor dem Winter zu vermeiden. (Diese würden sofort erfrieren).

Welchen Dünger soll ich am besten nehmen?
Diese Antwortsollte man nicht pauschal geben: Es kommt darauf an ob die Pflanze a) Getopft oder b) frei ausgepflanzt ist und in letzterem Fall natürlich sehr stark abhängig von Ihren individuellen Bodenbeschaffenheit. Die natürlicherwiese im Boden vorkommenden Nährstoffe und Säuregrade variieren dermassen stark das sich ein selbst durchgeführter PH Test, oder googeln von örtlichen Werten lohnt.
Besonders schwierig sind vor allem Moorgebiete (siehe Besonderheiten in der Düngung im detaillierten Index).
In Landstrichen mit intensivem Ackerbau ist auch zu bedenken das der gesamte Boden meist so dermassen mit Stickstoff überdüngt ist, das auch Ihr Garten noch eine gehörige Portion davon abbekommt (ich spreche hier aus Erfahrungen im Niederländischen Friesland und Französischen La Bauce- besonders in der Bauce wächst auch ohne jede Düngung alles zu nicht mehr lustigen gigantesken Formen durch Überschuss an N und Pflanzenhormonen, selbst wenn man selber streng Bio praktiziert) Hier muss man Stickstoffgaben so weit wie möglich vermeiden- dies bedeutet auch: Keine der sonst als harmlos geltenden Naturmittel wie Hornspäne, Hühnermist, Knochenmehl etc. verwenden! (Hoher unbalancierter Stickstoffanteil)
Eine ausführliche Liste aller Nährstoffe und Besonderheiten der Böden findet Ihr hier.

Topf/Kübelhaltung:
Da der Platz dermassen begrenzt ist und nicht die ganze Palette der biologischen und bakteriellen Vorgänge zur Verfügung steht, würde ich bei Kübelhaltung generell zu einer Düngung mit Depot - Langzeitdünger raten.
Da überschüssige Nährstoffe nicht so leicht ausgespült werden können, verhindert die Benutzung von Depot Kügelchen oder Kegeln eine versehentliche Übersalzung des Substrates. Empfehlenswerte Dünger welche besonders von professionellen Gärtnern und Baumschulen geschätzt werden sind z.B.:
"Osmocote Plus" und" Osmocote Pro" (Gartencenter oder online), "Floranid Permanent" (Landschaftsbau Bedarf Seiten Online- in Kleineren Mengen falls gewünscht auch bei uns erhältlich), "Manna Long".
Wer seinen Pflanzen etwas ganz besonderes gönnen möchte kann in der Bonsaiwelt fündig werden: "Bio Gold" (wird von allen Bonsai Fachhändlern geführt) enthält nun wirklich alles was eine Grünpflanze zum Leben braucht plus Bestandteile zur Bodenoptimierung (Bonsai müssen auf Grund Ihrer unnatürlich winzigen Wurzelmasse und Substratmenge grundsätzlich bestens zugefüttert werden). Nicht gerade billig aber sehr gut.

Flüssigdünger: Günstige Flüssigdünger variieren sehr stark in Qualität und Nutzen, hier können viele der Billigstmittelchen mehr Schaden als Gutes anrichten, durch vollkommen unausgewogene, falsch dosierte Nährstoffanteile (Mehr Informationen zu Schäden durch Überdüngung mit einzelnen Stoffen im detaillierten Index)
Viele 'Dünger' bestehen Hauptsächlich aus grell gefärbtem Wasser mit einem Übermass an industriellen Salzen und Stickstoff. Hübsch grünes Salzwasser können Sie jedoch billiger selber machen..
Positiv fallen unter den wirklich günstigen Flüssigdüngern, der Flüssigdünger von Aldi (leider nur einmal jährlich im Frühjahr als Sonderaktion) und die Eigenmarke (grüne Flasche) vom Drogeriemarkt DM auf (€ 1,20) besonders letzterer enthält immerhin kleinere Mengen an Eisen, Kupfer und Bor.
Auf keinen Fall rein organische Dünger wie Hornspäne in der Kübelhatung verwenden, sie führen zu einem starken Schimmelbefall des Erdreiches und der Pflanze- diese Mittel sind nur für den Freilandeinsatz geeignet.

Kein Dünger im klassischen Sinne aber aus unserer Erfahrung sehr, sehr hilfreich zur Kräftigung von wintermüden, insbesondere sehr jungen oder sogar kranken und halbtoten Pflanzen ist die Zugabe von Algenpräparaten - "Orus" von Oscorna zeigt sofortige Wirkung gerade an Saatlingen (die Blätter werden innerhalb von einer Stunde sogar grüner, fester in der Substanz und glänzender) bei Schädlingsbefall, Krankheit, Chlorose oder Überdüngungsschäden zeigt sich die erste Wirkung nach ca. einer Woche.
Diese Präparate bewirken eine grundlegende Verbesserung des Waserhaushaltes der Pflanze, Ihrer Fähigkeit Nährstoffe auzunehmen und in den Zellen zu verarbeiten, und eine Bodenverbesserung.
Bonsaianer schwören auf diese Mittel um wirklich hart mitgenommene, (zu) stark bearbeitete oder aus der Natur entommene (Yamadori) Pflanzen von der Schwelle des Eingehens zu holen laut eigenen Aussagen.

Düngung von frei ausgepflanzten Exoten und Palmen:
Bei frei ausgepflanzten Exoten hängt der spezifische Düngerbedarf sahr stark von der natürlichen Bodenbeschaffenheit ab. Für Einzelheiten bitte die detaillierte Liste durchforsten. In jedem Fall sind hier Spurenelementegaben zur Verbesserung der Winterhärte, und Eisengaben im Frühjahr erforderlich. Bei humosen, ehemals waldigen Böden sind Düngergaben weniger wichtig- relevant ist hier natürlich auch wie lange die Pflanze bereits angewurzelt ist und Ihre Rhizome weit in die tieferen Erdschichten schieben konnte, und wie weit das notwendige Netz an feinen Haarwurzeln bereits ausgebildet ist.
Generell ist eine Zugabe im Frühjahr von schnell aufnahmebereitem Flüssigdünger und /oder Depot Dünger für das Freiland mit Spurenelementen ein guter Rat- Floranid Permanent wäre hier eine gute Wahl. Später können leichte Gaben von Pferdemist und Hornspäne einen Schub geben (ab August stoppen da sonst zuviel Stickstoff aufgenommen wird).Guano gilt als schädlich für Trachycarpi, so gut es für Blühpflanzen sein mag. Blaukorm ist auf Grund seines hohen Stickstoffgehaltes im Verhältnis zu anderen Elementen für Trachycarpi und andere Palmen, insbesondere Yucca und Chamaerops nicht zu empfehlen! Starke Esser wie Musa, Vitis und blühende Pflanzen profitieren hiervon im Gegensatz sehr gut.

Bewurzelung, Wachstumsbeschleuniger & Co.:
Wer hat noch nicht von diesen legendären Wundermittelchen gehört oder sie angeboten bekommen? Die Namen sind vielfältig, der Inhaltsstoff, wenn überhaupt im jeweiligen Spezialmittelchen enthalten der gleiche:
Indol-3-Essigsäure (IES), ein Phytohormon auch als Auxin bekannt bzw. mit Auxinbildung anregender Wirkung.
Diesem Element wird eine Wurzel- Trieb- und Fruchstandsfördernde Wirkung nachgesagt welche laut einigen Berichten auch wissenschaftlich in Tests bestätigt wurde- Die Wirkung ist jedoch zweischneidig, eine richtig dosierte Menge kann tatsächlich Wachstum fördern, ein Zuviel bewirkt das genaue Gegenteil!:
Die biologische Bedeutung der Auxine, hier die Ergebnisse einer Studie der Universität Hamburg:
"In niederer Konzentration fördern sie das Streckungswachstum von Koleoptilen, der Sproßachsen und der Wurzel. In hohen Konzentrationen werden Wurzel- und Sproßwachstum gehemmt. Der Grund hierfür liegt in einer Produktionsförderung von Äthylen, einem gasförmigen Kohlenwasserstoff, der ebenfalls als Phytohormon erkannt worden ist; eine seiner Eigenschaften ist die Hemmung des Streckungswachstums. Auxine wirken an der Differenzierung von Leitbündeln mit, sie kontrollieren den Blattfall (Abscission), induzieren beta-1,4-Gluconasen in Erbsenwurzeln und fördern das Aufbrechen von Baumknospen sowie das rasche Wachstum junger Triebe. Sie steigern die Zellteilungsrate im Kambium und stimulieren damit das sekundäre Dickenwachstum; weiter bewirken sie das Auswachsen eines Ovars zu einer Frucht und sind für die Ausprägung und Aufrechterhaltung einer Apikaldominanz verantwortlich. Sie fördern die Plasmaströmung, steigern die Plastizität der Zellwand und verursachen einen Protonenefflux aus der Zelle. Diese Liste an Aktivitäten ist bei weitem nicht vollständig, soll aber andeuten, wie vielseitig Auxinwirkungen sein können."

Als beste Variante um eine Bewurzelung von Ablegern und wurzelnackt importierten Pflanzen zu fördern, empfiehlt sich eine begleitende Therapie /Zugabe von Auxinhaltigen Mitteln zusammen mit Algenpräparaten (letztere gibt es im Gartenmarkt , bei Schneckenprofi u.A.)



Mehr Symptome und Tips in: Winterschutz & Pflanzenkrankheiten

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(Dieser Text wurde, basierend auf eigenen Erfahrungen und unzähligen intensiven Gesprächen mit ausgebildeten Gärtnern und Botanikern speziell für Anima Artis Garden geschrieben ist Sowohl in seiner Gänze als auszugsweise urheberrechtlich geschützt .Copyright 2008 Sibél Borner. Weiterverwendung und Veröffentlichungen -Gerne, jedoch grundsätzlich nur mit voller Quellenangabe und Link.


 
 
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